Anlässlich der Enthüllung des frauenpolitischen Plakats der SPD Bonn erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) Claudia Bogedan:
90 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland haben mehr als 7 Millionen Frauen am 9.5. die Möglichkeit, die erste Frau zur Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalens zu machen. Doch die Kanzlerschaft Angela Merkels zeigt, ein Schwalbe macht noch keinen Sommer. Entscheidend ist, ob Politik bestehende Benachteiligungen von Frauen auch aktiv bekämpft.
Seit ihrer Gründung setzt sich die SPD ein für gleiche politische Rechte von Frauen weltweit und gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Die Frauen haben seither gekämpft und sich angestrengt – die Hälfte von allem haben sie trotzdem nicht. Heute tragen Frauen Verantwortung in allen Bereichen unserer Gesellschaft und auf allen Ebenen. Junge Frauen sind heute so gut ausgebildet wie keine Generation zuvor. Und trotzdem liegt Deutschland bei der Gleichstellung zwischen Männern und Frauen zurück. Denn noch immer haben Frauen die Hauptverantwortung für die Pflege und Betreuung von Kindern und Alten, treffen auf familienfeindliche Arbeitsbedingungen, Frauenklischees und gläserne Decken.
Die beiden Landtagskandidaten der SPD, Renate Hendricks und Bernhard „Felix“ von Grünberg, garantieren mit diesem Plakat, für die Verwirklichung von gleichen Chancen für Frauen und Männer zu kämpfen.
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Zum Thema des Plakats:
Auch wenn immer mehr Frauen erwerbstätig sind, bedeutet dies nicht, dass ihnen eine eigenständige soziale und finanzielle Absicherung möglich ist. Denn mehr als die Hälfte der Frauen arbeitet in atypischen Beschäftigungsverhältnissen; fast ein Drittel zu Niedriglöhnen. Nach wie vor erhalten Frauen auch für gleiche oder gleichwertige Arbeit oft nicht das gleiche Gehalt wie Männer. Gut 23 Prozent Lohnabstand zwischen den Geschlechtern attestiert die Europäische Kommission Deutschland – der fünft schlechteste Wert unter den 27 EU-Ländern. Die Forschung zeigt es, die Höhe des Lohns wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst, die sich nicht alle auf den ersten Blick identifizieren lassen: Frauen konzentrieren sich auf Branchen und Berufe mit niedrigem Verdienstniveau, sie machen seltener Karriere, steigen häufiger aus dem Erwerbsleben aus, weil sie sich um die Familie kümmern. All das kann einen Teil des starken Lohngefälles erklären. Statistisch lässt sich aber so nur ein Drittel der Einkommenslücke herausrechnen. Beim Rest besteht Diskriminierungsverdacht. Dabei geschieht die Entgeltdiskriminierung häufig verdeckt. So stellt die Diskriminierungsforschung beispielsweise fest, dass die tatsächlichen Anforderungen an frauendominierte Berufen in den Tätigkeitsbewertungen häufig nicht hinreichend berücksichtigt sind – wie zum Beispiel die Verantwortung, die die Leiterin einer Großküche für Gesundheit und Sicherheit von Personen trägt.
Ein durchgreifender Fortschritt sei deshalb nur zu erwarten, wenn der rechtliche Rahmen modernisiert werde und Verbindlichkeit schaffe. „Zehn Jahre freiwillige Selbstverpflichtung haben die Entgeltdiskriminierung nicht beseitigt” kritisiert die Vorsitzende der SPD-Frauen Claudia Bogedan, „ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft ist deshalb dingend erforderlich.“ „Ebenfalls bedarf es einer besseren Unterstützung von arbeitenden Frauen anstelle drohender Kinderlosigkeit für erfolgreiche Frauen oder drohender Erschöpfung für arbeitende Mütter“ fordert Bogedan weiter.
Zum Motiv
Das Bild zeigt Frauen unterschiedlichen Alters, die in der SPD Verantwortung tragen. Unter dem Motto „Starke Frauen für Bonn“ stehen sie stellvertretend für die vielen Frauen, die neben den Kandidaten für die Landtagswahl in der SPD eine frauenfreundliche Politik gestalten und sich für die Interessen von Frauen stark machen. Die Frauen in der SPD laden alle Bonner Frauen ein, gemeinsam mit Ihnen sich für die oben genannten Veränderungen in der Gesellschaft und der Arbeitswelt zu engagieren.
Wer ist zu sehen?
oberste Reihe (v.l.n.r.): Dörthe Ewald und Gabi Sauermann
mittlere Reihe (v.l.n.r.): Dörte Schall, Gisela Gebauer-Nehring und Miriam Schmidt
untere Reihe (v.l.n.r.): Nina Horré und Bea Piszczek
Dörthe Ewald ist seit 2009 Mitglied im Rat der Stadt Bonn und dort kinder- und jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Sie arbeitet beim Kinderschutzbund und ist Mutter einer Tochter im Teenageralter.
Gabi Sauermann ist Schriftführerin im Vorstand der SPD Bonn, Vorsitzende des SPD Ortsverein auf dem Hardtberg und Mitglied der Bezirksvertretung. Die Beamtin ist Mutter von zwei Kindern. Sie ist im Vorstand der ASF.
Dörte Schall ist bereits seit 2008 Stellvertreterin von SPD-Chef Ernesto Harder. Die Juristin arbeitet als Gewerkschaftssekretärin. Als Mutter einer Tochter kennt sie die Probleme der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt. Sie ist im Vorstand der ASF.
Gisela Gebauer-Nehring war selbst Landtagsabgeordnete der SPD 1994/1995 und 1997 – 2000. Sie hat drei erwachsene Kinder und vier Enkel. Sie war Lehrerin und Abteilungsleiterin an der Gesamtschule Beuel. Sie kennt die Bedürfnisse von jungen Familien genauso wie die von älteren Menschen.
Miriam Schmidt ist seit 2009 Mitglied im Rat der Stadt Bonn und dort Sprecherin für Internationales und Wissenschaft der SPD-Fraktion. Sie ist persönliche Referentin des Bonner Bundestagsabgeordneten Uli Kelber und war von 2008 – 2010 Mitglied im Landesvorstand der NRWSPD.
Nina Horré studiert seit dem Wintersemester 2009/2010 Politik und Wirtschaft an der Uni Münster. Sie war im Vorstand der Bonner BezirksschülerInnenvertretung und engagierte sich im Bildungsstreik. Sie ist im Vorstand der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD.
Bea Piszczek ist Schülerin des Tannebusch Gymnasiums. Sie ist aktiv in der SchülerInnenvertretung und engagierte sich im Bildungsstreik. Sie ist im Vorstand der ASF und der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD.